Im April dieses Jahres habe ich das Leadership-Team der GISSV in einem intensiven Workshop in Kalifornien an der Half Moon Bay begleitet.
Die Schule hat zwei Standorte – San Francisco und Mountain View – und eine gemeinsame Führungsaufgabe: Wie gestaltet man gemeinsame Führung über zwei Orte hinweg, ohne dass einer zu kurz kommt – oder beide sich still voneinander wegentwickeln.
Viele Organisationen suchen Stabilität in wasserdichten Strukturen, Zuständigkeiten und eindeutigen Linien. Unterschiede werden schnell zu Gegensätzen. Die Folge: Machtkämpfe mit Gewinnern und Verlierern.
In komplexeren Systemen entsteht Wirksamkeit woanders – in der Fähigkeit, Unterschiede nicht vorschnell aufzulösen, sondern sie in einer immer wieder neu zu regulierenden Spannung zu halten.
Die zentrale Führungsfrage im Workshop lautete deshalb:
WIE STÄRKEN WIR EIGENVERANTWORTUNG – UND BLEIBEN GLEICHZEITIG VERBUNDEN?
Beide Standorte brauchen Entscheidungskraft und Initiative vor Ort. Zugleich braucht das Gesamtsystem Vertrauen, Abstimmung und ein gemeinsames Verständnis von Richtung und Kultur.
Nur Autonomie: Silobildung und Abgrenzung Nur Einheit: Uniformität und lineares Top-down
REIFE FÜHRUNG STÄRKT BEIDES – UND DIE FÄHIGKEIT, SICH ZWISCHEN DEN POLEN ZU BEWEGEN.
Auf einer Radtour über die Golden Gate Bridge wurde mir das noch einmal körperlich spürbar: Zwischen zwei Ufern unterwegs sein, Balance halten, Gegenwind aufnehmen, Tempo regulieren – und gerade dadurch vorankommen.
FÜHREN HEISST NICHT, UNTERSCHIEDE ZU BESEITIGEN. ES HEISST, IHRE ENERGIE ZU NUTZEN.